Die Vermittlung von Patenschaften gelingt
Die Vermittlung von Patenschaften gelingt in Ostfildern. Das hat Daad Lorenz, die bei der Bürgerstiftung Ostfildern angestellte Koordinatorin des vom Bundesfamilienministerium finanzierten Programms „Menschen stärken Menschen“ bei der Vorstellung ihres Jahresberichts betont. Im Jahr 2024 wurden insgesamt 51 Patenschaften abgeschlossen. Davon sind 38 neue und 13 weitergeführte Patenschaften.
Ziel des 2016 begonnenen Projektes ist es, Patenschaften zwischen Geflüchteten und Ostfilderner Bürgerinnen und Bürgern zu schließen, diese zu begleiten und für Mentorinnen und Mentoren wie Mentees Weiterbildungen zu organisieren. Getragen wird das Projekt von der Bürgerstiftung Ostfildern, dem Freundeskreis Asyl Ostfildern e.V. und der Stadt Ostfildern. Die meisten „Patenkinder“ stammen aus Syrien, Irak, Gambia, Türkei, Afghanistan, Polen und der Ukraine. Ein Großteil der Mentor:innen ist 50 plus und Rentner; es gibt aber auch Berufstätige und Student:innen.
Die Mehrzahl der Patenschaften sind 1:1 Patenschaften. Es kommt aber auch vor, dass sich zwei Mentor:innen um einen Mentee kümmern. Beispielsweise, wenn der Mentee in der Oberstufe ist und der Ehrenamtliche nicht in allen Fächern unterstützen kann. Manchmal betreut ein Mentor/eine Mentorin aber auch mehrere Mentees und es gibt Familienpatenschaften.
Die wichtigsten Themen der Patenschaften sind das Lernen und Hausaufgabenhilfe. An zweiter Stelle steht Hilfe im Alltag, das Verstehen von Briefen und das Ausfüllen von Formularen.
Im Jahr 2024 war die jüngste Mentorin eine 14-jährige Gymnasiastin, die sich einmal wöchentlich mit einer 12-jährigen Schülerin aus der Türkei traf, um deren Sprachkenntnisse zu verbessern. Mit großem Erfolg! Eine weitere Besonderheit im Jahr 2024 ist die Beteiligung einiger Geflüchteter aus der Türkei. Viele sind Akademiker, insbesondere Lehrer. Sie haben sich gemeldet, um einerseits ihre Sprachkenntnisse zu verbessern und andererseits, um sich zu engagieren.
Das Mentoring-Programm trägt zum gesellschaftlichen Zusammenhalt bei, indem es verschiedene Generationen, Menschen mit unterschiedlichen politischen Ansichten, beruflichen Hintergründen und sozialen Schichten miteinander in Kontakt bringt, berichtet Daad Lorenz. Sie will die Kooperation mit anderen ähnlichen Projekten in der Stadt intensivieren und die Zusammenarbeit mit den Schulen weiter ausbauen. Die Projektleiterin verweist auf die Programme „Menschen in Teilhabe bringen“ und „eins plus b“. Im letzteren werden insbesondere Mütter gefördert, sich weiterzuentwickeln und ihre Integration in die Gesellschaft zu verbessern.
