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„Besser kann man Haushaltsmittel gar nicht einsetzen“

Schäfer erhielt im November Briefe von der Bürgerstiftung und des Freundeskreis Asyl mit der Bitte, sich darum zu sorgen, dass die Bundesmittel, aus denen das Mentoring-Projekt vom Bundesfamilienministerium mitfinanziert wird, gesteigert – zumindest aber nicht gekürzt werden. Dies nahm er zum Anlass, sich vor Ort in der Geschäftsstelle der Bürgerstiftung über das Projekt selbst, aber auch die Arbeit der Bürgerstiftung im Allgemeinen zu informieren.

Ursula Zitzler, Vorsitzende des Freundeskreis Asyl Ostfildern e.V., berichtete eindrücklich von der Arbeit der vielen Ehrenamtlichen in der Stadt, die Geflüchteten durch die Wege bei Behörden, mit Sprachkursen, in der Schule oder der Bewältigung des Alltags allgemein helfen. Gerade durch die Kombinationen aus individueller Ansprache und Hilfe der freiwilligen Mentoren sowie der öffentlichen Förderung durch Staat, Stadt und gemeinnützige Organisationen ist das Projekt so effizient und erfolgreich. Für viele ist es auch Sprungbrett in eine Aus- oder Weiterbildung. Der Ostfilderner Gemeinderat Kai Schubert (B90/Grüne) berichtete unter anderem von erfolgreichen Qualifizierungen im Pflegebereich. Schäfer resümierte, besser könne man Haushaltsmittel gar nicht einsetzen.

Andreas Futterer, Vorstandsmitglied der Bürgerstiftung Ostfildern, stellte im weiteren Verlauf des Besuchs die Arbeit der Stiftung insgesamt vor. Von den privilegierten Partnerschaften mit Stadtbücherei, Galerie, Musikschule und Offenem Atelier über neue Projekte, die es zum Beispiel Schulen in Ostfildern erleichtern soll, Präventionsprojekte konzertierter als bislang durchzuführen, bis hin zu den zahlreichen „kleinen“ Unterstützungsmaßnahmen wie Schwimmkurse, Sommerfreizeiten und Nothilfen für Einzelfälle.

Auf die Frage Schäfers, welche Unterstützung durch die Bundespolitik sich die Bürgerstiftung wünsche, sagte Futterer: „Wir wünschen uns – und glauben das nicht zuletzt auch durch das Gespräch heute gefunden zu haben – einen Kanal, der uns das Gefühl gibt, in Berlin gehört zu werden, wenn wir durch die tägliche Stiftungsarbeit auf Probleme im Alltag der Menschen oder auf Defizite bei der Umsetzung von Fördermaßnahmen stoßen. Ursula Zitzler wünscht sich konkret mehr Unterstützung bei der Rekrutierung von Integrationskräften, insbesondere im Bereich der Volkshochschule. Sie sind oft der Schlüssel zur Qualifizierung von Fachkräften.

Schäfer nahm die Anregungen gerne auf, verwies aber auch darauf, dass die Politik nicht alles lösen könne – die Gesellschaft müsse auch ihren Teil beitragen. Am Ende könne Ostfildern im Hinblick auf eine engagierte Bürgerschaft jedoch sehr stolz sein.

Menschen stärken Menschen
Bild: v.l.: Kai Schubert (Bündnis 90/Die Grünen), Gemeinderat Ostfildern, Dr. Sebastian Schäfer (Bündnis 90/Die Grünen), MdB, Ursula Zitzler, Vorsitzende des Freundeskreis Asyl Ostfildern e.V., Andreas Futterer, Vorstand der Bürgerstiftung Ostfildern vor der Geschäftsstelle der Bürgerstiftung in Ostfildern-Kemnat
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